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M&L Pacman Frogs - Haltung und Zucht von Schmuckhornfröschen









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Alles über die Kornnatter

- Aufzucht der Jungschlangen



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 Das Aufzuchtterrrarium 

Kornnatterbaby's sind absolute Ausbruchskünstler, die sich sogar zwischen den Terrarienscheiben hindurch quetschen können. Daher muss das Aufzuchtterrarium absolut ausbruchssicher sein und muss auf jegliche Schwachstellen untersucht werden!! Tipps falls doch mal eine Kornnatter ausbricht finden Sie unter Kornnatter ist weg - was kann ich tun?



Generell wäre es möglich Jungtiere aus einem Gelege in den ersten Monaten gemeinsam in einem Terrarium aufzuziehen, da Kornnattern im allgemeinen nicht so sehr kannibalistisch veranlagt sind wie beispielsweise einige Lampropeltenarten, dennoch ist die Gefahr nicht zu unterschätzen. Weitaus besser geeignet ist die Einzelaufzucht der Kornnatterbaby's in kleinen sogenannten Faunaboxen, die dann in einem großen Terrarium mit dem für adulte Kornnattern üblichen Temperaturegime aufgestellt werden oder kleinen Terrarien (z.B. Spinnenwürfel). Die Luftfeuchtigkeit wird in den ersten 1-2 Wochen etwas höher gehalten, damit die erste Häutung problemlos vollzogen werden kann und der Übergang vom schwül-warmen Inkubator ins trockenere Terrarium etwas gemächlicher verläuft. Die Einzelhaltung hat den Vorteil, dass wir so die volle Kontrolle über die Futteraufnahme, das Abkoten und die Häutungen haben. Desweiteren minimieren wir durch die Einzelhaltung die Gefahr von Kannibalismus erneut um ein vielfaches.

Wir haben zur Aufzucht sowohl ein sogenanntes Racksystem als auch ein Regal mit vielen kleinen Spinnenwürfeln im Einsatz, welche während den ersten Lebensmonaten vollkommen ausreichen sind. Bei beiden Methoden haben wir ein Heizkabel von unten nach oben verlegt, auf dem die Terrarien bzw. Boxen im hintersten Drittel stehen, somit sind auch verschiedene Temperaturzonen gewährleistet. Die Beleuchtung besteht aus einer normalen 7W Glühbirne je Terrarienreihe bzw. dem normalen Tageslicht, das genügt vollkommen um den Tag- Nachtrhythmus zu simulieren.

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Nach den ersten Lebensmonaten überführen wir die Kleinen dann in Faunaboxen oder Terrarien in geeigneter Größe.

  Die Einrichtung 

Die Einrichtung der Aufzuchtterrarien unterscheidet sich im wesentlichen nicht von der Einrichtung der adulten Nattern. Lediglich in den ersten 10-12 Wochen halten wir die Kleinen auf Küchenpapier als Bodengrund, da sie gerade am Anfang sehr oft koten und man so schnell und hygienisch arbeiten kann. Ansonsten sollten die Terrarien ebenfalls mit 1-2 Höhlen (z.B. eine halbierte Kokosnuss oder ein kleiner umgedrehter Blumentopf mit Schlupfloch), einem kleinen Kletterast und einer kleinen Schale mit stets frischem Wasser bestückt sein.

 Die Fütterung

 Die erste Fütterung ist ein oftmals heikles Thema. Generell gilt, dass man nach der ersten Häutung das erste mal Futter in Form einer ganz frischen, nackten Babymaus anbieten kann. Die meisten Babykornnattern fangen dann auch direkt gierig an zu fressen. Die Kornnatterbaby's sollten immer einzeln in kleineren Behältern gefüttert werden, so fern sie nicht sowieso einzeln aufgezogen werden. Dadurch verhindert man das Verbeissen zweier Nattern in das selbe Futtertier, was bei unaufmerksamen Schlangenhaltern schon des öfteren den Tod einer oder sogar beider Schlangen bedeutet hat. Es hat sich bestens bewährt alle Fütterungen, Häutungen, etc. genau zu protokollieren. So behält man bei vielen Babyschlangen immer die genaue Übersicht. Haben die Schlangen die erste Maus angenommen, bieten wir Ihnen alle 5-7 Tage eine weitere Babymaus an und lassen die Größe der Futtertiere entsprechend den Proportionen der Schlange mitwachsen, wobei der Umfang des Beutetieres nie viel dicker sein sollte, als die Schlange an ihrer dicksten Körperstelle.



 

 Einige Babynattern haben jedoch in den ersten Wochen einfach noch keinen Hunger und verweigern das Futter. Hier gilt: Erstmal keine Panik und Ruhe bewahren! Wir haben schon Kornnattern gehabt, die erst nach 8 Wochen Futter annahmen, ohne in dieser Zeit an Gewicht zu verlieren. Diese Kleinen haben einfach noch von den Dotterresten gezehrt. Sollte die Schlange jedoch an Gewicht verlieren, gilt es zu handeln. Hier hilft es oftmals, wenn man die Schlange zusammen mit einer kleinen nackten Babymaus in einer kleinen Dose mit Luftlöchern (z.B. einer Heimchendose) an einem dunklen, ruhigen Ort über einige Stunden oder sogar über Nacht stehen lässt. Man sollte es sowohl mit lebenden als auch mit toten Mäusen probieren, denn manche kleinen Nattern haben anfangs noch etwas Angst vor lebenden Babymäusen, was sich aber schnell legt. Auch das Anritzen der Schädeldecke einer Frostbabymaus so dass etwas Hirnmasse austritt, gilt als Geheimwaffe gegen Futterverweigerer, da es offenbar für die Schlange ein appetitanregendes Aroma abgibt. Diese Methode ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber im Ernstfall immer einen Versuch wert. Auch  kann man versuchen die Schlange zu ärgern, indem man ihr eine tote kleine Maus immer wieder vorhält und sie leicht damit an die Schnauze stubst. Manchmal quitiert die Kornnatter dies mit einem Abwehrbiss und beginnt dann die Maus zu verschlingen. Bieten sie heiklen Fressern nicht zu häufig Futter an. Lassen sie die Schlange in Ruhe und probieren sie es ca. alle 3-4 Tage erneut indem sie die Babymaus direkt vor den Unterschlupf der Schlange legen. Diese fühlt sich so sicherer und schlägt dann eher zu. Eine weitere gute Möglichkeit ist das verwittern der Beute mit Huhnaroma. Wir gehen bei hartnäckig nichtfressenden Kornnattern wie folgt vor:




Wir kochen eine Brühe aus einem Hühnerschenkel (gut auskochen lassen) und lassen die Brühe etwas abkühlen. Wenn die Brühe nur noch lauwarm ist schöpfen wir das Hühnerfett ab und lege die Maus für einige Minuten in die Brühe, so dass sie schon den Geruch des Hühnchens annimmt und gleichzeitig etwas angewärmt wird. Danach reiben wir die Babymaus noch etwas mit dem Hühnerfett ein (alternativ benutzen wir da auch manchmal die Innenseite der Haut) und legen sie vor das bevorzugte Versteck bzw. den momentanen Aufenthaltsort der kleinen Natter.

Wir haben mit dieser Methode immer sehr gute Erfahrungen gemacht und so bisher fast alles zum Fressen bekommen. Alternativ kann hier auch Thunfisch zur Verwitterung einsetzen, wobei man NUR den Thunfisch im eigenen Saft und NICHT in Öl verwenden darf!
Hilft jedoch alles nichts, kann man versuchen die kleine Kornnatter kurzzeitg in eine Winterruhe zu setzen, vorausgesetzt sie ist in "normaler" Kondition und nicht sichtbar abgemagert. Dies hilft oftmals die Kleinen doch noch ans Fressen zu bringen, jedoch ist die Gefahr gegeben, dass diese die frühzeitig angesetzte Winterruhe nicht überstehen.

Leider gibt es gelegentlich Fälle, in denen einzelne Kornnatterbaby's einfach durch nichts zum Fressen zu bewegen sind. Die Gründe hierfür können recht weit gefächert sein, ein Hauptgrund ist unserer Meinung nach, dass viele dieser Tiere in freier Natur eine andere Nahrung nutzen würden, quasi nicht auf Nager "gepolt" sind, sondern eher Echsen bevorzugen würden. Hier hilft dann oftmals nur eine

 Zwangsfütterung

Diese Lösung sollte erst in Betracht gezogen werden, wenn es sich um einen wirklichen Ernstfall handelt und alle anderen Versuche gescheitert sind, keinesfalls sollte man zu früh damit beginnen!! Es besteht eine akute Verletzungsgefahr für die Schlange und der unerfahrene Schlangenpfleger sollte es sich von einem kundigen Freund, Bekannten oder dem Züchter zeigen lassen! Zum Wohle der Tiere verzichten wir aus u.a. den oben genannten Gründen komplett auf diese Methode - wir lehnen eine Zwangsfütterung ganz klar ab!
 

Bevor eine "richtige" Zwangsfütterung durchgeführt wird, bei der den kleinen, zarten Schlangenbaby's kleinste nackte Babymäuse in den Magen massiert werden, sollte man es mit der Methode "Maus ins Maul legen" probieren. Wir haben es schon oft erlebt, dass die Kleinen anfangen die Babymaus runterzuschlingen, sobald der Kopf der Maus ins Maul gelegt wird. Auch halbe Mäuseschwänze sind sehr gut geeignet, da die zarten Schlangenbabys mit diesem schlanken Körperteil kaum Probleme beim Schlucken bekommen werden und oftmals auf den Geschmack kommen.

Wir halten wie gesagt nichts davon eine futterverweigernde Babykornnatter mittels Zwangsfütterung durchzubringen, da es unserer Meinung nach einfach eine "natürliche Auslese der Natur" ist. Wir sind fest der Meinung, dass diese Tiere in freier Natur schlicht gar keine Überlebenschance hätten und als Futter in der Nahrungskette landen würden oder eben eine andere Nahrung bevorzugen, die wir Ihnen in Gefangenschaft nicht oder nur sehr schwer bieten können. Die alte Mär, diese Tiere seien einfach zu doof zum Fressen, wie es früher oft hiess, teilen wir nicht - vielleicht sind wir Menschen einfach zu doof das richtige Futter auszuwählen... 

Ein guter und seriöser Züchter gibt seine Jungschlangen frühestens nach perfekt erfolgter Häutung und mindestens 5 problemlosen Fütterungen ab!!!



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